## Archive for the ‘History’ Category

### Old Regression by Leonardo da Pisa

Saturday, June 11th, 2011

After reading this blog post I thought a bit about endianness (big-endian is just bad), and while having a shower a theory came into my mind: Maybe Arabs had little-endian integers (meaning least-significant bit first) but wrote (and still do) from right to left (meaning least-significant bit/digit at the right). And when Leonardo da Pisa (Fibonacci) brought Arabic numerals to Europe, he wrote in the same style, not flipping the digits, hence establishing big-endian. In fact I could verify that with Wikipedia. But I also noticed that this “bug” has been there before, Indians write from left to right (Wikipedia told me about a coin in Brahmi written from right to left, but that was before there were any numerals), and they have always used big-endian. Thus Arabs fixed that issue (maybe not knowingly), but stupid Europeans did not get why big-endian is stupid. Furthermore, big-endian numerals look more like those stupid Roman numerals, and our usual way of vocalising them is like in Roman times. And because of Leonardo da Pisa there are those stupid architectures using big-endian representation (fortunately not x86, amd64), causing non-portability, byte-order-marks and all that stupid stuff. And left-shifts could actually be left-shifts and right-shifts could be right-shifts.

Short list of arguments for little-endian:

• Value of a digit d at position i is simply d·b**i (b is the base). That would obviously be the most natural representation if you would implement integers by using bit-arrays. It does not depend on the length, no look-ahead required.
• You can simply add numbers from left to right (no right-alignment for summation).
• For radix sort you can begin from left.
• Simple cast between longer and shorte integers without moving any bits.
• You do not need words like “hundred”, “ten-million”, “billiard” etc., because you can interprete a sequence online without look-ahead.
• Repeating modulo and integer division by the base gives little-endian-representation.
• The least-significant bits carry more interesting number theoretical information.

Well, big-endian is more like lexicographic order, although I am not sure if it is clearly better for natural languages. For division you have to start with the most-significant bit, but—hey—division is obviously not as important as all the other operations where you start with the least-significant bit. Of course sometimes little-endian is not a good notation, for measurements one should use floating point numbers (in a decimal world called “scientific notation”) and the mantissa should start with the most-significant bit/digit, after the exponent to avoid look-ahead (unlike the scientific notation).

If Leonardo da Pisa would have thought a bit about what he is doing, there would not be all those drawbacks! Just my thoughts about that regression.

### Das Christentum gehört nicht zu Deutschland

Monday, March 7th, 2011

Die ernsthafte Zugehörigkeit des Christentums zur Bundesrepublik Deutschland lässt sich historisch nicht belegen. Historisch gesehen muss die Bundesrepublik in Abgrenzung zu vorherigen Staaten mit ähnlichem Staatsgebiete betrachtet werden. War im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation noch die meiste Politik sehr heilig, der Gottesfrieden (nur für Christen, versteht sich) und das Gottesgnadentum (dank dessen es damals nicht diese Hetzjagden auf gute, konservative Politiker gab, das waren noch gute Zeiten für Herrn – Verzeihung, Freiherr – Enoch Guttenberg) sorgten für die angenehme, sakrale Atmosphäre in die Politik, und wie in jeder anständigen Messe galt es auch hier, das Blut zur VergeltungVergebung der Sünden zu vergießen.
Nach einigem Gerangel mit denen, die wir nun Erbfeind – oder in der saloppen Jugendsprache Franzosen – nennen, durfte man ein wunderbares neues Konstrukt begrüßen: den aufgeklärten Absolutismus, wie man so schön sagt. Das hatte zwar schon mehr Ähnlichkeiten mit unserer Gesellschaft, in der man sich wohl auch gerne aufgeklärt zeigt und an gänzlich widersprüchlichem festhält, aber das Klammern guten, kranken protestantischen Moralvorstellungen ging doch über noch darüber hinaus, ebenso der gute Militarismus und Imperialismus. Und nach dem ersten und dem zweiten Reich folgte auch das dritte Reich mit viel Tamtam und einem Reichskonkordat.
Nun gab es aber auch andere Strömungen, z.B. jene aufklärerische Gedanken wahrlich und nicht erst mit ein oder zwei Jahrhunderten Verzögerung Denkenden, die an Freiheit und Gerechigkeit glaubten, und schließlich jene, die Freiheit und Gleichheit nicht bloß opportunistisch zu denken wagten, mag das bei uns nicht mehr der Fall sein, so ist es doch das, worauf wir uns berufen. Mag das Grundgesetz den „Gott“, wie es sich doch gehört, noch im Prolog erwähnen, so geht es doch darum, die christliche Religiösität endlich herauszuschneiden, wie auch schon in Weimar es gedacht ward. Die immerwiederkehrende Beglückung mit den christlichen Opportunisten vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, welche Ideale hinter der Konzeption dieses Staates stehen. Nicht genug herausgeschnitten kann dieses Geschwür werden, doch leider gibt es drängendere Probleme als die immer noch breite gesellschaftliche Bindung an das Christentum.
Neben Geschichte und Politik sollte auch unser kulturelles und geistiges Erbe bedacht werden: Welchen Gott verehrten jene alten Aufklärer, Descartes, Rousseau? Den abstrakten, den in die Nichtigkeit gestürzten, den von Pascal ungeliebten Gott der Philosophen, den man sich im Gegensatz zur gänzlichen Leugnung hier in Europa erlauben konnte. An welchen Gott glaubten Herr Goethe und Herr Schillr, die doch bis heute als kulturelle Heilige verehrt werden? Nicht-Gott. Und auch Marx und Nietzsche und Freud gilt es heute zu beachten, die Gedanken des Atheismus sind die Gedanken der Menschlichkeit, der Menschenwürde.

Wo wir nun wissen, dass das Christentum nicht zu Deutschland gehört, möchte ich nun nicht mehr verschweigen, wie ich zum Schreiben dieses Textes komme: „Unser“ neuer Bundesinnenminister (CSU, der Name ist wohl nicht nennenswert) hat sich zu der kürzlich feierlich vorgebrachten Aussage des Bundespräsidenten (CDU, ebenso), der Islam gehöre zu Deutschland distanziert, unter dem Vermerk, dass dies sich historisch nicht belegen ließe. Zum einen frage ich mich, wann die muslimischen Bevölkerungsteile bitte zu uns gekommen sein sollen, wenn nicht in der Geschichte. Zum anderen wirft es eben die Frage, auf welche Rolle das Christentum spielt, wohl kaum mehr als Inspiration für jene Randparteien mit dem christlich inspirierten C im Namen. Religionen sollten überhaupt kein Teil Deutschlands sein, auch religiöse Menschen, ob Atheisten, Christen, Muslime oder sonstige Theisten, gilt es aufzunehmen, und es geht darum, Ideale der Menschlichkeit und der Freiheit zu pflegen, aber irgendeine Religion an sich soll niemals „zu Deutschland gehören“, es ist dabei auch vollkommen unerheblich, wie breite Bevölkerungsgruppen jetzt oder in der Geschichte einer gewissen Religion angehören. Aber auch unter diesem Gesichtspunkt ist es erstaunlich, wie die atheistische und agnostische Religiösität und Nicht-Religiösität trotz der großen Anhängerschaft ignoriert wird. Integrationsförderlich sind die Aussagen des Hans-Peter Friedrich natürlich auch nicht.

Ein Bonmot zarten Humors zum Schluss: Der Regierungssprecher Steffen Seibert wird mit den Worten „Da wird ein Gegensatz in Äußerungen des Bundespräsidenten und des neuen Innenministers hineingedeutet, den es so gar nicht gibt“ zitiert. So fuzzy kann Logik doch gar nicht sein, dass die Negation der Aussage Christian Wulffs nicht im Widerspruch zur Aussage Christian Wulffs steht, nun gut, wieso sollte ein Regierungssprecher, ein Journalist, der weder Mathematik noch Philosophie studiert hat, denn mit logischer Argumentation umgehen können?

Passende journalistische Quellen möchte ich natürlich nicht vorenthalten:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/nehmt-ihm-die-islamkonferenz-weg/
http://www.fr-online.de/politik/minister-empoert-muslime/-/1472596/7743606/-/index.html

Sämtliche Anspielungen und Mehrdeutigkeiten in diesem Text sind vollkommen beabsichtigt, außer ich war mir ihner zum Zeitpunkt des Verfassens nicht bewusst.