Archive for the ‘Religion’ Category

Looking for a good film? USCCB can help you!

Friday, May 25th, 2012

Hi,

today I want to present you a great website listing a bunch of films with quite accurate ratings: It is the Catholic News Service movie list (see also here) featured by the US Conference of Catholic Bishops! Various of my favourite films got the best grade “O” (morally offensive)” (seriously, do not read the reviews, just take the grades), including Mulholland Drive and Clockwork Orange, or also Funny Games, Black Swan and Watchmen, films I really like, too. Unfortunately they do not cover the films by Gaspar Noé, it would be interesting, whether they would recognise his great relativistic, pornographic, unsettling art, breathing the spirit of the worthless world.

Well, unfortunately it is quite easy to game this system: Just add any explicit depiction of homosexuality without saying “you are so bad, god does not want that!” and without letting the involved persons burn in hell, you will get the best grade. Even Lynch’s worst film (I have seen so far) Blue Velvet got the best grade – even better than Persona or A Space Odyssey. Quite funny: They interprete The Tree of Life like there is no criticism of christianity in this film—maybe they are so deluded that they consider the depicted absurdity to be normal.

Rainer Erlinger und absolute Moral

Sunday, May 29th, 2011

Gleichwohl die moralischen Ausführungen eines gewissen Herrn Rainer Erlingers in der Sonntaz vergangener Woche praktischer Natur waren, klang auch einmal die grundsätzliche Frage nach der Kulturabhängigkeit von Moral an, wobei er jene allerdings relativiert hat, „die Würde des Menschen“ sei für ihn „nicht verhandelbar“. Doch: Es sollte festgehalten werden, dass Moral sich immer aus Gepflogenheiten ergibt und keineswegs eine moralische Bewertung absolute Wahrheit sein kann, sei es auch die Menschenwürde, sie entsteht aus subjektiven Gefühlen, Idealen oder Pragmatismus. Wer dagegen eine Moral setzen will, bedarf eines Dogmas oder einer zweifelhaften Gotteslehre. Wohl auch dafür – die absolute Legitimation von Handlungen – wurden Gotteskulte aufrechterhalten.
Gleichwohl kann man Ideale wie die Menschenwürde an oberste Stelle für nicht verhandelbar erklären, was sinnvoll ist, weil dies gerade einen Wert, einen Sinn schafft – sei es aus ästhetischen oder pragmatischen Gründen (wie etwa dem guten Zusammenleben). Dabei muss man sich des Relativismus aber bewusst bleiben. Im Grunde kann man sich nicht anmaßen, einen Mörder moralisch zu verurteilen, die juristische Verurteilung ist jedoch Notwendigkeit für das Zusammenleben. Aus der eigenen Moral heraus zu verurteilen bleibt der Mord, den er durchgeführt hat, als Gräueltat, nicht aber der Täter als Gräuel, denn dieser konnte nicht anders, es entsprach womöglich sogar seiner Moral. Es gab für ihn nur eine Möglichkeit, das war die Wirklichkeit, das war die Tat. Niemand kann sich anmaßen, jemand könne etwas anderes tun, als das, das faktisch ist, faktisch getan wird.
Ein grundsätzliches kritisches Hinterfragen der Moral ist von Bedeutung, man kann dennoch umso entschiedener für seine Werte eintreten und sie leben – gerade zum Wohle der Gemeinschaft. Herr Erlinger ist in dem taz-Interview als Moralapostel aufgetreten – sicherlich nicht als Moralphilosoph, was er – am Rande bemerkt – auch nicht ist.

Easter! What is wrong about god?

Sunday, April 24th, 2011

Hi!

Happy Easter! :D

When talking about god you usually have a problem: It is difficult to find out what the believer you are talking to does exactly mean with the term “god”. He may talk about some properties, but also about myths (like the Bible – really bad, many Christians etc. do not try to get out what the fundamental metaphysical entities are by thinking independently, not reflecting about epistemology, but just trying to interpret myths in abstruse ways, but that is off-topic). It is wearisome to come up with counter-arguments against all the aspects. But I think there are some fundamental arguments working for 99% of the imaginary beings called “god”.

There is no absolute morality

Many religions try to justify certain morality with their god. But seriously, why should the most fundamental entity in the world care about morality? What have metaphysics to do with ethics? For “god”, the utmost being, there is no “good” or “bad”. Morality got established through history, the society determines morality, there is no absolute morality, we should have known that since Nietzsche. Of course extra-terrestrials would not share our moral standards, and wo could not say we would be better. Metaphysics try to explain the being, metaphysics may influence our way of thinking, but it will certainly not be able to justify certain rules. Moral absolutism is just absurd, and I will neglect all notions of god implying absolute morality, because they are just wrong.

God does not love us

The omnipotent, omniscient being certainly does not love us in any way being correlated with human love. We do not live in “the best of all possible worlds”, some random quantum-decisions can change something, there could have been small variations which would have prevented a cancer and a useless death. So better worlds are possible, thus we do not live in the best one (it may not even theoretically exist, but that does not matter).
The myth about free will is just nonsense, there is no free will, there is time destroying anything, each state is followed by the next one, there is will, but it is not “free”, it is just there. And why should somebody test the beloved person using a brutal game calle “life” – keep in mind that god is perfect and should love us perfectly? That is nonsense, a omnipotent, omniscient being is possible as theoretical construct, but it will not love the humans, though it may love fundamental forces.

Those arguments are not too specific, that is very useful, and I do strongly believe in the non-existence of those gods. But what is about the 1% of immune gods? I do not have a problem with them, you can call whatever you want “god”, and if you believe in your PC or Qualia and call them “god”, that may be strange, but of course there are PCs and there are Qualia, although I would choose different terms.

Das Christentum gehört nicht zu Deutschland

Monday, March 7th, 2011

Die ernsthafte Zugehörigkeit des Christentums zur Bundesrepublik Deutschland lässt sich historisch nicht belegen. Historisch gesehen muss die Bundesrepublik in Abgrenzung zu vorherigen Staaten mit ähnlichem Staatsgebiete betrachtet werden. War im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation noch die meiste Politik sehr heilig, der Gottesfrieden (nur für Christen, versteht sich) und das Gottesgnadentum (dank dessen es damals nicht diese Hetzjagden auf gute, konservative Politiker gab, das waren noch gute Zeiten für Herrn – Verzeihung, Freiherr – Enoch Guttenberg) sorgten für die angenehme, sakrale Atmosphäre in die Politik, und wie in jeder anständigen Messe galt es auch hier, das Blut zur VergeltungVergebung der Sünden zu vergießen.
Nach einigem Gerangel mit denen, die wir nun Erbfeind – oder in der saloppen Jugendsprache Franzosen – nennen, durfte man ein wunderbares neues Konstrukt begrüßen: den aufgeklärten Absolutismus, wie man so schön sagt. Das hatte zwar schon mehr Ähnlichkeiten mit unserer Gesellschaft, in der man sich wohl auch gerne aufgeklärt zeigt und an gänzlich widersprüchlichem festhält, aber das Klammern guten, kranken protestantischen Moralvorstellungen ging doch über noch darüber hinaus, ebenso der gute Militarismus und Imperialismus. Und nach dem ersten und dem zweiten Reich folgte auch das dritte Reich mit viel Tamtam und einem Reichskonkordat.
Nun gab es aber auch andere Strömungen, z.B. jene aufklärerische Gedanken wahrlich und nicht erst mit ein oder zwei Jahrhunderten Verzögerung Denkenden, die an Freiheit und Gerechigkeit glaubten, und schließlich jene, die Freiheit und Gleichheit nicht bloß opportunistisch zu denken wagten, mag das bei uns nicht mehr der Fall sein, so ist es doch das, worauf wir uns berufen. Mag das Grundgesetz den „Gott“, wie es sich doch gehört, noch im Prolog erwähnen, so geht es doch darum, die christliche Religiösität endlich herauszuschneiden, wie auch schon in Weimar es gedacht ward. Die immerwiederkehrende Beglückung mit den christlichen Opportunisten vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, welche Ideale hinter der Konzeption dieses Staates stehen. Nicht genug herausgeschnitten kann dieses Geschwür werden, doch leider gibt es drängendere Probleme als die immer noch breite gesellschaftliche Bindung an das Christentum.
Neben Geschichte und Politik sollte auch unser kulturelles und geistiges Erbe bedacht werden: Welchen Gott verehrten jene alten Aufklärer, Descartes, Rousseau? Den abstrakten, den in die Nichtigkeit gestürzten, den von Pascal ungeliebten Gott der Philosophen, den man sich im Gegensatz zur gänzlichen Leugnung hier in Europa erlauben konnte. An welchen Gott glaubten Herr Goethe und Herr Schillr, die doch bis heute als kulturelle Heilige verehrt werden? Nicht-Gott. Und auch Marx und Nietzsche und Freud gilt es heute zu beachten, die Gedanken des Atheismus sind die Gedanken der Menschlichkeit, der Menschenwürde.

Wo wir nun wissen, dass das Christentum nicht zu Deutschland gehört, möchte ich nun nicht mehr verschweigen, wie ich zum Schreiben dieses Textes komme: „Unser“ neuer Bundesinnenminister (CSU, der Name ist wohl nicht nennenswert) hat sich zu der kürzlich feierlich vorgebrachten Aussage des Bundespräsidenten (CDU, ebenso), der Islam gehöre zu Deutschland distanziert, unter dem Vermerk, dass dies sich historisch nicht belegen ließe. Zum einen frage ich mich, wann die muslimischen Bevölkerungsteile bitte zu uns gekommen sein sollen, wenn nicht in der Geschichte. Zum anderen wirft es eben die Frage, auf welche Rolle das Christentum spielt, wohl kaum mehr als Inspiration für jene Randparteien mit dem christlich inspirierten C im Namen. Religionen sollten überhaupt kein Teil Deutschlands sein, auch religiöse Menschen, ob Atheisten, Christen, Muslime oder sonstige Theisten, gilt es aufzunehmen, und es geht darum, Ideale der Menschlichkeit und der Freiheit zu pflegen, aber irgendeine Religion an sich soll niemals „zu Deutschland gehören“, es ist dabei auch vollkommen unerheblich, wie breite Bevölkerungsgruppen jetzt oder in der Geschichte einer gewissen Religion angehören. Aber auch unter diesem Gesichtspunkt ist es erstaunlich, wie die atheistische und agnostische Religiösität und Nicht-Religiösität trotz der großen Anhängerschaft ignoriert wird. Integrationsförderlich sind die Aussagen des Hans-Peter Friedrich natürlich auch nicht.

Ein Bonmot zarten Humors zum Schluss: Der Regierungssprecher Steffen Seibert wird mit den Worten „Da wird ein Gegensatz in Äußerungen des Bundespräsidenten und des neuen Innenministers hineingedeutet, den es so gar nicht gibt“ zitiert. So fuzzy kann Logik doch gar nicht sein, dass die Negation der Aussage Christian Wulffs nicht im Widerspruch zur Aussage Christian Wulffs steht, nun gut, wieso sollte ein Regierungssprecher, ein Journalist, der weder Mathematik noch Philosophie studiert hat, denn mit logischer Argumentation umgehen können?

Passende journalistische Quellen möchte ich natürlich nicht vorenthalten:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/nehmt-ihm-die-islamkonferenz-weg/
http://www.fr-online.de/politik/minister-empoert-muslime/-/1472596/7743606/-/index.html

Sämtliche Anspielungen und Mehrdeutigkeiten in diesem Text sind vollkommen beabsichtigt, außer ich war mir ihner zum Zeitpunkt des Verfassens nicht bewusst.