Archive for the ‘Television’ Category

In den Niederungen des Fernsehens: Mein Revier

Saturday, April 16th, 2011

Ja, ich habe mich in die Niederungen des deutschen Fernsehens begeben – des deutschen Privatfernsehens. Auf Kabel 1 gibt es die famose Sendung Mein Revier – Ordnungshüter räumen auf. Eigentlich könnte einem ja klar sein, dass da nichts Großartiges, Interessantes, Künstlerisches, Bildendes oder Aufregendes läuft. Aber etwas ist mir doch aufgestoßen: Es ging um Zöllner an einem Flughafen, die auf der Jagd nach zu vielen Zigaretten waren. Ein Iraker in Begleitung einer Frau und eines weiteren Mannes kommen an und in seinem Gepäck finden sich drei Stangen Zigaretten, so viele, wie auch drei Personen für den Eigenbedarf mitführen dürfen. Der Mann ist sich dieser Regelung aber nicht bewusst und antwortet auf die Frage der Zöllner ehrlich, dass er der einzige Raucher in der Gruppe sei. Nun soll er 38ct pro Zigarette bezahlen (die kosten doch schon im Handel nur die Hälfte), der Kommentator arbeitet heraus, wie großartig und überlegen die Zöllner sind, es gibt kein Entrinnen, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, wie konnte er nur das Schild nicht beachten, die absurde Regelung (hätten die nachher kontrolliert, dass keiner in die Schachtel des anderen greift?), die mit einer kleinen Lüge hätte umgangen werden können, muss eingehalten werden. Bestraft wird die Ehrlichkeit, aber darauf geht der Kommentator nicht ein, die Aufregung des Irakers ist völlig unverständlich, und nun kommts: Kommentator und Zöllner haben einen Verdacht: Der Mann – aus dem arabischen Raum – will sein Gesicht waren, da der Zöllner eine Zöllnerin ist, die Araber sind das ja nicht gewohnt, von einer Frau zurechtgewiesen zu werden, bei einem Mann hätte er wohl schon längst bezahlt. Aha, die Iraker und überhaupt die Araber sind eben alle frauenfeindlich, nur wenn ein Deutscher sich aufregt, dann ist das gerecht. Anschließend gabs auch noch eins drauf für die hinterhältigen Polen, die nicht alle deutschen Ansagen des Verkehrspolizisten nicht verstehen wollen, die stellen sich natürlich nur blöd, ist klar. Danke, Kabel 1, für dieses Glanzstück des Infotainments!

Kurzschluss 18.3.2011

Sunday, March 20th, 2011

Heute ein paar Kurzfilme, die am Freitag auf Arte liefen.

Film 1: Der Freund

Der Freund (Französischer Originaltitel: L’ami)
Für alle, die so wie ich nicht den proprietären Flash-Player benutzen möchten:

rtmpdump -r "rtmp://artestras.fcod.llnwd.net/a3903/o35/MP4:geo/videothek/EUR_DE_FR/arteprod/A7_SGT_ENC_04_044163-000-A_PG_HQ_DE?h=4321f790d95ce4b55e02bc8c37031118" --swfVfy "http://videos.arte.tv/blob/web/i18n/view/player_16-3188338-data-4836231.swf?admin=false&autoPlay=true&configFileUrl=http://videos.arte.tv/cae/static/flash/player/config.xml&embed=false&lang=de&localizedPathUrl=http://videos.arte.tv/cae/static/flash/player/&mode=prod&videoId=3769476&videorefFileUrl=http://videos.arte.tv/de/do_delegate/videos/der_freund-3769476,view,asPlayerXml.xml" | mplayer -

(nur bis nächsten Freitag gültig)

Andreas ist einem Geflecht von Beziehungen gefangen, vor dem er enweder fliehen oder das er lösen muss.

Ja, kranke Beziehungen, krank, nicht weil sie homosexuell sind, sondern weil sie krank sind. Kurz zur Handlung: Andreas ist die Hauptperson, sein Vater leitet einen Steinmetzbetrieb mit zumindest einigen Mitarbeitern, einer von ihnen ist Fredy, der eine seltsame Beziehung zu Andreas und dessen Vater hat. Die Beziehung zwischen Andreas und seinem Freund Samuel dagegen wirkt relativ normal, auch wenn sie sich häufig aufziehen. Als Gegenpol zu Fredy, der krankhaft auf ihn reagiert, sorgt er jedoch für weitere Verwirrungen. Ein wenig könnte ich noch über Handlung und Beziehung schreiben, aber wirklich etwas gesagt hat mir der Film nicht, schaut ihn euch an. Stilistisch: Wie so oft bei Kurzfilmen ohne Musik, was durchaus nicht schlecht ist, recht konservativ gefilmt, allerdings einige Einstellungen, die gut Verwirrung oder Beklemmung ausdrücken.

Film 2: Auf Wiedersehen, Mandima

Auf Wiedersehen, Mandima („Französischer“ Originaltitel: Kwa heri Mandima)

rtmpdump -r "rtmp://artestras.fcod.llnwd.net/a3903/o35/MP4:geo/videothek/EUR_DE_FR/arteprod/A7_SGT_ENC_04_044342-000-A_PG_HQ_DE?h=64b5030c8d8a96db26514cbab03f35b1" --swfVfy "http://videos.arte.tv/blob/web/i18n/view/player_16-3188338-data-4785094.swf?admin=false&autoPlay=true&configFileUrl=http://videos.arte.tv/cae/static/flash/player/config.xml&embed=false&lang=de&localizedPathUrl=http://videos.arte.tv/cae/static/flash/player/&mode=prod&videoId=3769482&videorefFileUrl=http://videos.arte.tv/de/do_delegate/videos/auf_wiedersehen_mandima-3769482,view,asPlayerXml.xml" | mplayer -

(ebenfalls nur bis Freitag gültig)

Mithilfe alter Kinderfotos erzählt Regisseur Robert-Jan Lacombe von seinem Aufbruch aus dem damaligen Zaire.

Eine persönliche Sicht auf den Wahnsinn der Spaltung der Welt. Schön anzusehen.