Road to Perdition

Wer ist dieser Protagonist? Bürgerlich lebender Familienvater, Killer, dem lokalen Mafia-Boss näherstehend als sein eigener Sohn, aber damit betraut, in etwaigen Etablissements Schulden einzutreiben. Lässt man diese nebensächliche Unsinnigkeit seiner Rolle in dem Unternehmen beiseite, tritt aber noch Schlimmeres zutage: Was ist seine Motivation? Wieso rächt er sich? Ein bürgerlicher, vernünftig denkender, gefasster Mann, entschlossen, so zu handeln, wie es die Situation verlangt. Aber als seine Frau und sein einer Sohn sterben, besteht er darauf, einen Privatkrieg zu führen. Er ist kein Mundharmonika und kein Sasori, deren Person gänzlich in der Rache erblüht, und die gänzlich gefasst sind. Er ist kein schnöder klassischer Held, der unausweichlich, als Element des Rahmenwerks, eine alte Rechnung zu begleichen hat. Für nihilistische Interpretation besteht erst Recht keine Möglichkeit. Nicht einmal wird die Rache relativ unverhohlen vorgeschoben, um unsinnige Ausartungen von Gewalt in eine Story zu packen. Nein, die Story sollte wohl einfach so sein, weil es ganz nett erschien. Er tötet also sinnloserweise eine ganze Menge Leute, ohne dass die Sinnlosigkeit ihm irgendwie gut stehen würde, ohne dass er Hass tragen würde, selbst seinen geliebten Boss, trotzdem ihm so manches gutes Angebot gemacht worden ist, das ihm als verantwortungsvoller Familienvater gut hätte gefallen sollen. Eine vielschichtige, nicht so leicht zu durchdringende Person, wie ich es versuche? Nein, das kommt nicht herüber.

Was ist sonst noch mies an diesem Film? Ein unfähiger Killer, der als „Spezialist“ bezeichnet wird. Ist er spezialisiert auf Morde an ganz speziellen Leuten? Oder eigentlich nur Spezialist mit seiner Kamera und der Bildinszenierung? Haben die Auftraggeber sich verwählt und den Mann irrtümlicherweise für den Spezialisten, den sie meinten, gehalten? Man weiß es nicht, aber viel bessere Erklärungen fallen einem nicht ein bei einer unachtsamen Plaudertüte, die versehentlich die Person im Nebenraum erschießt und später dann von seinem Opfer noch Minuten, nachdem sie es getroffen hat, zur Strecke gebracht wird. Unfähige Leibwächter, die auch im Schussfeld einer Schnellfeuerwaffe ruhig stehen bleiben und mit ihren Pistölchen ins Leere schießen. Geld von Al Capone, das man sich einfach nur abzuholen braucht. Die inszenierte Verdammnis durch den wartenden Spezialisten – hat er gewartet, wieso läuft dann der süße Hund noch herum, und er hat das lange gemacht? Er wurde gerade erst dorthin gewiesen? Wieso denn, als die Sachen bereinigt waren? Kein Einblick in etwaige weitere Strukturen, die dies bedingten, aber auch kein Rätsel. Ein wenig moralisches Geschwätz, der Junge, der mit seinem Vater unterwegs war, hat nie wieder eine Waffe angefasst, der Vater wollte nicht, dass er wird wie er. Uninteressant.

Gestalterisch hat der Film auch nichts Besonderes zu bieten, nichts von irgendeinem künstlerischen Wert. Ein paar hübsche Autos, wie es sich für 1931 gehört und ein wenig genretypische Anzüge, das wars. Kurz um: Was soll das?

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